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16. Oktober 2019

Wohnen für alle - nachhaltig planen von Beginn an!

 

Frankfurt, 12. April 2019. In Frankfurt am Main ist bezahlbarer barrierefreier Wohnraum knapp. Angesichts des demografischen Wandels muss Barrierefreiheit von Beginn jeder Planung an einen hohen Stellenwert haben. Durch nachhaltiges Bauen können spätere hohe Kosten für Nachrüstungen vermieden werden. Dazu ist notwendig, dass Expertise dazu schon bei ersten Vorbereitungen eingebunden wird. Bereits in städtebaulichen Ideenwettbewerben müssen Inklusion und Barrierefreiheit Beurteilungskriterien werden.

Vielfalt im Wohnungsbau für Inklusion und selbstbestimmtes Leben in der Stadt!

Um selbstbestimmte Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft umzusetzen, wie es die UN-Behindertenrechtskonvention vorschreibt, werden in allen Stadtteilen kleinere Wohnstrukturen für Menschen mit Assistenz-/Betreuungs-/Pflegebedarf benötigt. Vorausschauende Sozialraumplanung und dezernatsübergreifende Zusammenarbeit, auch mit Trägern, ist erforderlich, damit inklusive Wohnangebote für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen entstehen. Selbstbestimmtes Wohnen muss ermöglicht werden, ob alleine, mit Assistenz, mit der Familie, in Wohngemeinschaften (beispielsweise für junge Menschen auf dem Weg in die Selbständigkeit) oder im Mehrgenerationenwohnen. Der Bau von hierfür geeignetem Wohnraum muss aktiv durch die Stadt gefördert werden.

Rollstuhlgerechte Wohnungen fehlen!

Seit Jahren bestehen in Frankfurt am Main Wartelisten für Wohnungen, die mit dem Rollstuhl nutzbar sind. Menschen, die darauf angewiesen sind, haben teilweise keine Chance, eine solche Wohnung zeitnah zu erhalten.(1) Mit der seit 2018 gültigen neuen Hessischen Bauordnung ergeben sich nochmals Verschlechterungen, da trotz des Protests von Behindertenverbänden die Anforderung „mit dem Rollstuhl zugänglich“ für Räume in barrierefreien Wohnungen gestrichen wurde. Der Gesetzgeber verweist in Bezug auf rollstuhlgerechte Wohnungen auf „Zuständigkeit der Kommunen und Träger“.(2) Dieser Verantwortung muss die Stadt Frankfurt am Main nachkommen.

(1) s. Tätigkeitsbericht 2017, Amt für Wohnungswesen, S. 41
(2) vgl. Gesetzesentwurf zur Neufassung der Hessischen Bauordnung, Begründung, S. 121



Susanne Bell
Sprecherin Fachausschuss Bauen, Wohnen Freizeit
FBAG – Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft

Vorsitzende: Sabine Eickmann; Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mails.eickmann@fbag.de
Geschäftsführung: Dezernat Soziales, Senioren, Jugend und Recht, Behindertenbeauftragter

Zum Weiterlesen:

•    Öffnet externen Link in neuem FensterStudie "Die Wohnsituation von Menschen mit kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen in Hessen" (Lebenshilfe Hessen / Pestel Institut)

•    Online-Petition und Stellungnahme des VdK zur Neufassung der Hessischen Bauordnung:
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.vdk.de/hessen-thueringen

•    Positionierungen und Linkliste des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zum Schwerpunktthema „Wohnen ist Menschrecht“:
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.paritaet-hessen.org