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24. März 2019
08.03.2019

Viktor-Frankl-Schule: Planungen für den Neubau können beginnen


(ffm) Die Viktor-Frankl-Schule am Dornbusch ist die einzige ihrer Art in Frankfurt: Seit über 50 Jahren werden dort Kinder mit körperlich-motorischen oder auch mit mehrfachen Beeinträchtigungen unterrichtet, gefördert und betreut. Oberbürgermeister Peter Feldmann hat die Schulgemeinde und ihren neuen Schulleiter Nikolaus Kresimon am Mittwoch, 6. März, besucht und gute Nachrichten überbracht: „Die Stadt hat die Viktor-Frankl-Schule auf dem Schirm — und wir können heute sagen: Ein Neubau wird kommen.“ Der Oberbürgermeister machte gemeinsam mit Stadtverordneten, Mitgliedern des Bildungsausschusses, des Ortsbeirats sowie der Schüler- und Elternvertretung einen Rundgang über das Schulgelände.

Das 1968 bezogene Gebäude in der Fritz-Tarnow-Straße entspricht nicht mehr den Anforderungen, die das pädagogische Konzept stellt: Förderschullehrer, Fachlehrer, Referendare, Sozialpädagogen, Erzieher, Therapeuten, Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegekräfte, Teilhabeassistenzen und Freiwilligendienstleistende arbeiten Hand und Hand, um 123 Schüler mit verschiedensten Voraussetzungen einen auf deren Bedürfnisse zugeschnittenen Unterricht anzubieten.

Oberbürgermeister Feldmann sagte: „Sie alle leisten eine hervorragende Arbeit. Täglich fördern, behandeln, betreuen und pflegen Sie Ihre Schützlinge – dafür will ich Ihnen heute ausdrücklich danken.“

Eine besondere Einrichtung wie die Viktor-Frankl-Schule brauche ein ebenso besonderes Gebäude. Nach den Sommerferien könne in enger Abstimmung mit der Schulgemeinde die Planungsphase für den Neubau beginnen. Zunächst soll ermittelt werden, wie viele Räume die Schule in Zukunft benötigt — auch das pädagogische Konzept soll sich in der Planung wiederfinden. „Der Schulneubau soll nicht nur schön sein, er soll auch die Arbeit aller hier tätigen Professionen erleichtern und den Alltag der Schüler besser machen“, erklärte der Oberbürgermeister und fügte hinzu: „Unserer Stadträtin Sylvia Weber ist es eine Herzensangelegenheit, die Schule neu und besser aufzustellen, um Inklusion tatsächlich zu ermöglichen, gerne in einem gemeinsamen Bildungscampus mit den Schulen in der Nachbarschaft.“

Geplant ist, das neue Gebäude in direkter Nachbarschaft auf dem jetzigen Gelände der Herrmann-Herzog-Schule zu errichten. Diese wiederrum soll einen neuen Standort bekommen. So kann der Unterricht an der Viktor-Frankl-Schule während des Baus weitergehen – ein vorübergehender Umzug ist wegen der Besonderheit der Einrichtung nicht möglich.

Ein zentrales Anliegen der Viktor-Frankl-Schule ist bereits jetzt die Nachmittagsbetreuung. In jüngster Vergangenheit konnte sie kurzzeitig nicht angeboten werden, nun steht sie den Schülern an drei Tagen in der Woche wieder offen. „Das ist eine große Erleichterung für die Familien, für die das Nachmittagsangebot immens wichtig ist“, stellte Feldmann fest. „Das Bildungsdezernat stellt die Anschubfinanzierung sicher und wird sich künftig stärker engagieren. Ich bringe Ihnen heute einen symbolischen Scheck über 30.000 Euro als zusätzliche Unterstützung mit.“

Der neue Schulleiter Nikolaus Kresimon äußerte sich erfreut über die guten Aussichten: „Ich habe am 1. März hier die Arbeit aufgenommen und am 6. März bekommt die Schule Besuch vom Oberbürgermeister mit sehr guten Nachrichten für die Schulgemeinde, das ist ein schöner Anfang und ich freue mich auf die intensive Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Bildung und Integration und unserem Stadtschulamt.“

Die erste Klasse einer „Sonderschule für das spastisch gelähmte Kind“ wurde am 8. Februar 1960 auf Initiative der Frankfurter „Hilfs- und Interessengemeinschaft zur Förderung spastisch gelähmter Kinder“ und mit Unterstützung des damaligen städtischen Schulrats Heinrich Steul eingerichtet. Sie gilt als Vorläufer der Viktor-Frankl-Schule. Am 17. April 1968 bezog diese ihr heutiges Schulhaus mit acht Klassenräumen sowie Gruppen-, Fach- und Therapieräumen, Gymnastikraum, Therapiebad und Arztraum. Heute unterrichtet sie 123 Kinder in Klassen von fünf bis acht Schülern. Die Zuordnung zu den Klassen erfolgt nach Alter, individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten der jungen Menschen. Neben Unterricht im Klassenverband werden klassen- und jahrgangsübergreifende Lerngruppen angeboten. Schüler mit umfassenden Beeinträchtigungen sind in die Jahrgangsklassen integriert.